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10 Jahre Pflege-Dschungel, 2017 bis 2027 — zur Jubiläumsaktion Pflege-Dschungel. Orientierung. Begleitung.

Unabhängige Orientierung durch Pflegeversicherung,
Reform, Prävention und konkrete Pflegesituationen.

Ein Pflegehilfe- und Unterstützungsnetzwerk aufbauen


Pflege muss nicht an einer Person hängen bleiben. Überlegen Sie früh, wer regelmäßig, gelegentlich oder im Notfall helfen kann. Kleine, klar verteilte Aufgaben machen Hilfe planbar — für die pflegebedürftige Person genauso wie für die, die pflegen.

Mehrere ältere Menschen legen lachend ihre Hände übereinander
Aktualisiert am 18.09.2026

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Wichtig: Ein Netzwerk entsteht mit der pflegebedürftigen Person, nicht über sie hinweg. Wer wann kommt, wer was erfährt und wer im Haus sein darf — solange sie das entscheiden kann, entscheidet sie es.

Wer kann dazugehören?

Fast immer mehr Menschen, als man im ersten Moment denkt. Der Blick geht meist nur auf die engste Familie — und bleibt dort hängen.

  • Geschwister und weitere Angehörige, auch die weit entfernt wohnenden
  • Freundinnen und Freunde — der pflegebedürftigen Person und die eigenen
  • Nachbarinnen und Nachbarn
  • Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden, Vereinen oder Besuchsdiensten
  • Pflegedienst und andere professionelle Angebote
  • Pflegeberatung und Anlaufstellen vor Ort

Professionelle Dienste sind Teil des Netzwerks, aber anders eingebunden: Sie arbeiten auf Grundlage eines Vertrags und eigener fachlicher Regeln. Was sie tun, wird mit ihnen vereinbart — nicht im Familienkreis verteilt.

Hilfe konkret machen

„Melde dich, wenn du etwas brauchst“ klingt freundlich und führt zu nichts. Wer schon am Rand läuft, meldet sich nicht. Fragen Sie stattdessen nach einer bestimmten Sache, an einem bestimmten Tag:

  • zum Arzttermin fahren oder begleiten
  • einmal in der Woche einkaufen
  • eine warme Mahlzeit vorbeibringen
  • regelmäßig anrufen — auch das ist Versorgung
  • bei Formularen und Anträgen helfen
  • ein paar Stunden dableiben, damit jemand anderes rauskommt
  • Medikamente in der Apotheke abholen, wenn das abgesprochen ist
  • bei einem wichtigen Gespräch mit dabei sein
  • im Notfall erreichbar sein

Wo Alltagshilfe endet

Einkaufen, fahren, Gesellschaft leisten, im Haushalt helfen — das kann jeder übernehmen, der will. Etwas anderes ist die pflegerische und medizinische Versorgung: Medikamente stellen oder geben, Wunden versorgen, Insulin spritzen, absaugen, Katheter oder Sonden handhaben.

Das gehört in fachliche Hände oder muss von einer Pflegefachkraft angeleitet und überwacht werden. Auch dann bleibt es eine Frage der Absprache — nicht etwas, das man im Familienkreis nebenbei verteilt. Eine Pflegeschulung nach § 45 bei Ihnen zu Hause ist dafür der richtige Weg; sie kostet Sie nichts.

In fünf Schritten zum Netzwerk

  1. Bedarf und Wünsche klären — gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person. Was fällt schwer? Was möchte sie selbst weiter tun? Wen möchte sie im Haus haben, wen lieber nicht?
  2. Mögliche Helfende sammeln. Schreiben Sie alle auf, auch die unwahrscheinlichen. Streichen kann man später.
  3. Konkret fragen. Eine benannte Aufgabe, ein benannter Tag, ein absehbarer Umfang.
  4. Zuständigkeiten und Grenzen vereinbaren. Wer macht was, wie oft, bis wann — und wer springt ein, wenn jemand ausfällt.
  5. An einem Ort zusammenführen. Termine und Aufgaben gehören dorthin, wo alle sie sehen.

An einem Ort zusammenführen

Der häufigste Grund, warum ein Netzwerk wieder einschläft, ist banal: Niemand weiß mehr, wer was übernommen hat. Absprachen verteilen sich über drei Familienchats, zwei Telefonate und einen Zettel am Kühlschrank.

Was hilft, ist ein einziger gemeinsamer Ort für Termine und Aufgaben. Das kann ein Wandkalender in der Küche sein, eine geteilte Notiz oder ein gemeinsamer Kalender auf dem Handy. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass es nur eines gibt.

Drei Dinge sollte dieser Ort können: zeigen, was ansteht — festhalten, wer es übernimmt — rechtzeitig erinnern. Mehr braucht es am Anfang nicht.

Zur Vorsicht: In einen gemeinsamen Kalender gehört nur, was die anderen für ihre Aufgabe wirklich brauchen. „Arzttermin begleiten, 14 Uhr“ genügt. Welche Diagnose dahintersteht, geht die Fahrgemeinschaft nichts an — auch nicht in der Familie.

Damit es nicht wieder einschläft

  • Fragen Sie nach, statt zu warten. Wer einmal abgesagt hat, sagt beim nächsten Mal vielleicht zu.
  • Bedanken Sie sich sichtbar. Wer sich übersehen fühlt, hört auf.
  • Verteilen Sie neu, wenn es klemmt — statt es stillschweigend selbst zu machen.
  • Halten Sie eine Vertretung bereit. Jeder fällt einmal aus.
  • Nehmen Sie Absagen nicht persönlich. Meist sagen sie mehr über die Lage der anderen als über Sie.

Wie geht es weiter?

Porträt von Hendrik Dohmeyer

Wer schreibt hier?

Hendrik Dohmeyer

Pflegeberater nach § 7a SGB XI · sorgender und pflegender Angehöriger · Autor beim Pflege-Dschungel

Neunzehn Jahre lang habe ich meine beiden Eltern als sorgender und pflegender Angehöriger begleitet – bis 2024. Was ich in dieser Zeit über die Pflegeversicherung wissen musste, habe ich mir mühsam selbst zusammengesucht. Genau das soll Ihnen hier erspart bleiben.

Nach einer kurzen Pause wurden leider weitere Menschen in meiner Familie pflegebedürftig und benötigen seitdem Unterstützung. Diese Situation teile ich mit vielen anderen Familien in Deutschland: Pflege kann unerwartet erneut Teil des eigenen Lebens werden.

Heute führe ich bundesweit Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI durch, engagiere mich im Vorstand des Vereins Pflegende Angehörige e. V. und schreibe seit 2021 die Kolumne „Rat und Recht“ in der Zeitschrift Pflegepartner. Was hier steht, stammt aus eigener Erfahrung und meiner täglichen Beratungspraxis – nicht aus zweiter Hand.

Mehr über Hendrik Dohmeyer

  • Beratungen nach § 37 Abs. 3
  • 19 Jahre eigene Pflegeerfahrung
  • Vorstand Pflegende Angehörige e. V.
  • Über 30 Fachbeiträge seit 2021
Pflegegrad Pflegegrad Leistungen Leistungen Prävention Prävention Erkrankungen & Lebenslagen Erkrankungen & Lebenslagen Kurse Kurse Beratung Beratung Pflege-Cockpit Suche Weiter Download Telefontermin Termin Passt zu mir Checkliste Antrag stellen Bescheid & Widerspruch Frist Rechner Häusliche Pflege Stationäre Pflege Bewegung & Kurs Entlastung & Budget Tipp Hinweis Achtung Geprüft Pflege-Dschungel Mit KI erstellt Schließen