Wichtige Unterlagen für die Pflege sammeln
Mit einer geordneten Mappe sparen Sie bei Anträgen, Terminen und Rückfragen Zeit. Beginnen Sie mit dem Dringendsten — der Rest kann nach und nach dazukommen.

Transparenz
Wie dieser Beitrag entstanden ist
Geschrieben, geprüft und verantwortet von Hendrik Dohmeyer, Pflegeberater nach § 7a SGB XI.
- KI hilft beim Recherchieren von Quellen, beim Ordnen von Gedanken und dabei, Behördendeutsch verständlich zu machen.
- KI entscheidet nichts. Jede Zahl, jede Frist und jede rechtliche Aussage prüfe ich selbst, bevor sie hier steht.
Nicht alles ist immer erforderlich: Fragen Sie bei der jeweiligen Stelle nach, welche Unterlagen für Ihren konkreten Vorgang gebraucht werden. Reichen Sie Kopien ein, wenn kein Original verlangt wird — pauschal gilt das aber nicht: Manche Stellen bestehen auf dem Original, und dann führt kein Weg daran vorbei.
Wenn es schnell gehen muss
Für ein Krankenhaus, eine Aufnahme oder einen kurzfristigen Termin reicht dieser Stapel:
- Personalausweis oder ein anderes Identitätsdokument
- Krankenversichertenkarte, Angaben zur Pflegeversicherung
- Aktueller Medikamentenplan
- Vorhandene Arzt- und Krankenhausberichte
- Kontaktdaten der behandelnden Praxen
- Kontaktdaten der wichtigsten Angehörigen und Vertrauenspersonen
- Vorhandene Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder Betreuungsverfügung
- Pflegegradbescheid, falls es schon einen gibt
- Allergiepass, Implantatpass oder ähnliche Ausweise, falls vorhanden
Das ist eine Orientierung, keine verbindliche Aufnahmeliste. Was eine Klinik oder Einrichtung tatsächlich verlangt, steht in ihrem eigenen Schreiben.
Die Unterlagen in sechs Bereiche sortieren
1. Persönliche Daten und Kontakte
- Identitätsdokument
- Geburts- oder Familienstandsurkunden — nur wenn ein Vorgang sie verlangt
- Anschrift und Kontaktdaten
- Kranken- und Pflegeversicherungsnummer, Rentenversicherungsnummer soweit relevant
- Liste der Angehörigen, Vertrauenspersonen und Bevollmächtigten
- Hausarztpraxis, Facharztpraxen, Apotheke, Pflegedienst
Legen Sie keine Sammlung von Ausweiskopien „auf Vorrat“ an. Kopieren Sie zweckbezogen und verwahren Sie die Kopien sicher.
2. Medizinische Unterlagen
- Aktueller Medikamentenplan
- Diagnosen und wichtige Befundberichte
- Entlassungsberichte aus Krankenhaus und Reha
- Therapie- und Verordnungsunterlagen
- Allergiepass, Impfpass, Implantatpass, Diabetikerausweis — was vorhanden ist
- Hilfsmittelverordnungen und eine Liste vorhandener Hilfsmittel
Eine vollständige Krankenakte brauchen Sie nicht. Fehlende Arztberichte müssen Sie nicht vorsorglich anfordern — legen Sie bereit, was da ist.
3. Pflege und Begutachtung
- Antrag oder Eingangsbestätigung der Pflegekasse
- Terminankündigung zur Begutachtung
- Frühere Pflegegradbescheide und Gutachten
- Schriftwechsel mit Pflege- oder Krankenkasse
- Pflegedokumentation eines beteiligten Pflegedienstes
- Eigene Notizen: Was gelingt allein, wobei ist Unterstützung nötig?
- Übersicht der vorhandenen Hilfen und der beteiligten Pflegepersonen
- Bewilligungen und Abrechnungen bereits genutzter Leistungen
Ein Pflegetagebuch ist nicht vorgeschrieben. Eigene Notizen helfen bei der Vorbereitung — sie müssen den Alltag aber ehrlich abbilden, geschönt in keine Richtung.
4. Vollmachten und Verfügungen
- Vorsorgevollmacht
- Konto- oder Bankvollmacht, soweit vorhanden
- Patientenverfügung
- Betreuungsverfügung
- Betreuerausweis oder gerichtlicher Beschluss, falls eine Betreuung besteht
- Schweigepflichtentbindung, wenn sie für einen bestimmten Zweck gebraucht wird
Eine Kopie in der Mappe erlaubt für sich genommen noch keine Vertretung. Es kommt darauf an, was in dem Dokument steht und ob es wirksam ist.
5. Finanzen, Verträge und Versicherungen
- Übersicht der Konten und regelmäßigen Zahlungen — siehe Konto, Verträge und Post
- Einkommensnachweise, soweit ein Antrag sie verlangt
- Mietvertrag oder Wohnnachweis
- Versicherungsunterlagen
- Verträge mit Pflegedienst, Haushaltshilfe oder Einrichtung
- Rechnungen, Eigenanteile, Leistungsabrechnungen
- Bescheide über Sozialleistungen
- Steuerunterlagen nur, wenn ein Antrag oder eine Beratung sie braucht
6. Anträge, Bescheide und Schriftwechsel
- Kopien der gestellten Anträge
- Eingangsbestätigungen und Versandnachweise
- Bescheide und Gutachten
- Nachforderungen fehlender Unterlagen
- Widersprüche und der dazugehörige Schriftwechsel
- Schreiben mit Fristen
- Gesprächsnotizen mit Datum, Ansprechpartner und Ergebnis
Legen Sie zusammen ab, was zusammengehört: Antrag, Nachweise, Eingangsbestätigung, Bescheid und ein eventueller Widerspruch in einem Vorgang.
Was wird für die Pflegebegutachtung gebraucht?
Legen Sie vorhandene Berichte der Haus- oder Facharztpraxis bereit, oder einen Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus. Halten Sie außerdem den aktuellen Medikamentenplan bereit — und wenn ein Pflegedienst beteiligt ist, dessen Pflegedokumentation. Fehlende Arztberichte müssen Sie für den Termin nicht eigens anfordern.
- Bewertet wird vor allem, wie selbstständig jemand im Alltag ist und wo Unterstützung nötig wird — nicht die Diagnose.
- Eine vertraute Person, die die Situation gut kennt, sollte nach Möglichkeit dabei sein.
- Maßgeblich ist der Einladungstext des Medizinischen Dienstes beziehungsweise von Medicproof — dort steht, was mitgebracht werden soll.
Ausführlich steht das unter Auf die Begutachtung vorbereiten und Ablauf der Begutachtung.
Original, Kopie oder digitale Datei?
| Form | Empfehlung |
|---|---|
| Original | geschützt aufbewahren; nur vorlegen oder verschicken, wenn es wirklich verlangt wird |
| Papierkopie | für Termine, Anträge und die Arbeitsmappe; nicht mehr benötigte Kopien sicher vernichten |
| Digitale Kopie | zugriffsgeschützt speichern und nachvollziehbar benennen |
Für Dateinamen hat sich Datum, Absender, Dokumentart bewährt: 2026-08-15_Pflegekasse_Bescheid_Pflegegrad.pdf. Schreiben Sie keine Diagnosen in Dateinamen — die sind sichtbar, sobald eine Datei geteilt wird.
Eine einfache Ordnerstruktur
- Persönliche Daten und Kontakte
- Medizin und Medikamente
- Pflegekasse und Begutachtung
- Vollmachten und Verfügungen
- Finanzen und Verträge
- Anträge und Bescheide
- Offene Aufgaben und Fristen
Benennen Sie die digitale Ablage genauso wie die Ordner im Regal. Ganz vorne kommt ein einzelnes Blatt: wichtige Kontakte und das, was gerade offen ist.
Fehlende Unterlagen beschaffen
- Dokument und Verwendungszweck notieren
- Prüfen, ob irgendwo schon eine Kopie liegt
- Zuständige Stelle ermitteln
- Klären, wer es anfordern darf
- Einen sicheren Übermittlungsweg vereinbaren
- Eingang und Ablage festhalten
Punkt vier wird gern übersprungen: Angehörige dürfen medizinische, behördliche oder finanzielle Unterlagen nicht einfach anfordern. Je nach Dokument braucht es eine Einwilligung, eine Vollmacht, einen Identitätsnachweis oder die Betreuungsbefugnis.
Sensible Unterlagen sicher aufbewahren
- Zugriff nur für die betroffene Person und ausdrücklich berechtigte Vertrauenspersonen
- Originale vor Verlust, Feuer und Feuchtigkeit schützen
- Geräte und Speicher mit aktuellem Zugriffsschutz sichern
- Dokumente nicht unverschlüsselt über beliebige Messenger verschicken
- Keine PIN, keine TAN, keine Passwörter in die Mappe legen
- Festhalten, wo die Originale liegen und wer im Notfall herankommt
- Nicht mehr benötigte sensible Kopien vernichten, nicht wegwerfen
So gehen Sie jetzt vor
Zum Abhaken — am besten ausgedruckt. Die Seite speichert nichts.
- Nächsten Termin oder Antrag bestimmen
- Notieren, welche Unterlagen dafür konkret gebraucht werden
- Ausweis, Versicherungs- und Kontaktdaten bereitlegen
- Medikamentenplan und vorhandene Berichte sammeln
- Unterlagen der Pflegekasse und bisherige Bescheide zuordnen
- Vollmachten und Verfügungen auffindbar ablegen
- Offene Fristen auf ein Blatt schreiben
- Fehlende Unterlagen mit Zuständigkeit kennzeichnen
- Originale schützen, Arbeitskopien anlegen
- Eine berechtigte Vertrauensperson über den Ablageort informieren
Mit einer geordneten Mappe fangen Sie bei jeder Rückfrage nicht wieder von vorn an. Legen Sie neue Bescheide, Berichte und Vereinbarungen gleich beim passenden Vorgang ab — das ist die halbe Arbeit.
Wie geht es weiter?
- Konto, Verträge und Post — der Schritt davor, falls Zahlungen und Fristen noch offen sind
- Auf die Begutachtung vorbereiten — worauf es beim Termin wirklich ankommt
- Vorsorgevollmacht — wer was entscheiden darf, wenn es darauf ankommt
- Pflegeberatung nach § 7a — jemand, der die Mappe mit Ihnen durchsieht





