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10 Jahre Pflege-Dschungel, 2017 bis 2027 — zur Jubiläumsaktion Pflege-Dschungel. Orientierung. Begleitung.

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Treppensteighilfe


Die Treppe ist die gefährlichste Stelle im Haus — und für viele die erste, an der das Zuhause anfängt, eng zu werden. Ein Treppenlift nimmt die Gefahr, aber er nimmt auch die Bewegung. Eine Treppensteighilfe geht den anderen Weg: Sie sichert den Weg nach oben, ohne ihn abzunehmen. Die Pflegekasse beteiligt sich mit bis zu 4.180 €.

Ältere Person steht unsicher am Fuß einer Treppe und hält sich am Geländer fest
Die Treppe ist die gefährlichste Stelle im Haus — und für viele die erste, an der es eng wird.
Aktualisiert am 18.09.2026

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Warum ausgerechnet die Treppe

Stürze auf der Treppe gehören zu den häufigsten Unfallursachen im eigenen Zuhause, und ihre Folgen sind selten harmlos: Von der Prellung bis zum Oberschenkelhalsbruch ist alles dabei. Für Menschen mit Parkinson, nach einem Schlaganfall oder mit nachlassender Kraft in den Beinen wird die Treppe zur täglichen Hürde.

Jeder Vierte ab 65

Etwa ein Viertel der Menschen ab 65 Jahren berichtet von mindestens einem Sturz im vergangenen Jahr. Die Ursache ist selten eine einzelne: Meist kommen mehrere Dinge zusammen — Erkrankungen, viele Medikamente gleichzeitig, nachlassendes Sehvermögen, unsicherer Gang.

Quelle: Robert Koch-Institut, „Stürze (ab 65 Jahre)“, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2024.

Die naheliegende Antwort ist der Treppenlift. Er löst das Problem — aber nur die Hälfte davon. Er nimmt die Gefahr und die Bewegung gleich mit, und wer die Treppe nicht mehr steigt, verliert genau die Muskulatur, die ihn auf den Beinen hält. Im höheren Alter beschleunigt das den Abbau, statt ihn aufzuhalten.

Wie eine Treppensteighilfe funktioniert

Man kann sie sich als Rollator für die Treppe vorstellen. An einer Schiene, die am vorhandenen Geländer entlangläuft, sitzt ein Haltegriff, der mitrollt. Er nimmt das Gewicht auf, gibt Halt — und geht Stufe für Stufe mit, statt Sie zu tragen.

Das System, das wir uns angesehen haben, ist der TOPRO Step. Es arbeitet rein mechanisch: kein Strom, keine Motoren, keine Batterien — und damit auch kein Wartungsvertrag und kein Stromverbrauch. Der Griff arretiert automatisch, sobald Gewicht darauf lastet, und löst sich erst, wenn man ihn leicht ankippt. Bei Nichtgebrauch lässt er sich einklappen, sodass die Treppe für alle anderen frei bleibt.

Ein Rollator für die Treppe — die Treppensteighilfe im EinsatzErst beim Klick wird eine Verbindung zu Vimeo aufgebaut. Vorher verlässt nichts diese Seite.

Was das im Alltag bedeutet

  • Sicherheit, bevor etwas passiert. Der Halt ist da, wenn der Fuß unsicher wird — nicht erst danach.
  • Bewegung bleibt. Treppensteigen beansprucht Gesäß-, Bein- und Rumpfmuskulatur auf eine Weise, die kein Heimtrainer nachbildet. Wer weiter steigt, hält diese Muskeln.
  • Kein Eingriff in die Bausubstanz. Montiert wird am Geländer; das modulare Schienensystem folgt geraden Treppen ebenso wie L-, U- oder 90-Grad-Formen. Eine Baugenehmigung braucht es nicht.
  • Entlastung für Angehörige. Wer die Treppe allein schafft, braucht niemanden, der mitgeht.

Nach Rücksprache mit Orthopäden und Physiotherapeutinnen kann eine Treppensteighilfe auch als Trainingsplattform dienen — nach einem Schlaganfall oder einer orthopädischen Operation lassen sich damit dosierte Auf- und Abwärtsbewegungen in den häuslichen Reha-Plan einbauen. Das gehört allerdings in fachliche Anleitung, nicht in Eigenregie.

Montage und Schienensystem — wie die Treppensteighilfe an die Treppe kommtErst beim Klick wird eine Verbindung zu Vimeo aufgebaut. Vorher verlässt nichts diese Seite.

Die technischen Daten

Angaben des Herstellers zum TOPRO Step. Wir haben sie nicht nachgemessen — lassen Sie vor einer Bestellung ohnehin prüfen, ob Ihre Treppe passt.

Höchstgewicht120 kg
Empfohlene Körpergröße1,05 bis 2,20 m
Geländerdurchmesser4,2 cm
Abstand Geländer zur Wand9,6 cm
Breite, Griff eingeklappt18,4 cm (20,4 cm mit Rückplatte)
Breite, Griff ausgeklappt55,2 cm (57,2 cm mit Rückplatte)
Garantiebis zu 5 Jahre
PrüfungTÜV-geprüft

Der Zuschuss der Pflegekasse

Eine Treppensteighilfe zählt zu den wohnumfeldverbessernden Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Die Pflegekasse beteiligt sich mit bis zu 4.180 € je Maßnahme — und zwar schon ab Pflegegrad 1. Leben mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, steigt der Betrag auf bis zu 16.720 €.

Erst der Bescheid, dann der Handwerker. Wer beauftragt, bevor die Pflegekasse zugestimmt hat, bekommt das Geld in aller Regel nicht. Holen Sie außerdem mehrere Angebote ein — die Kasse fragt oft danach, und die Preisunterschiede sind erheblich.

Der Betrag gilt je Maßnahme, nicht einmalig fürs Leben. Verschlechtert sich die Pflegesituation später wesentlich — etwa bei einer Höherstufung —, kann ein neuer Zuschuss für eine dann nötige weitere Anpassung in Betracht kommen.

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Porträt von Hendrik Dohmeyer

Wer schreibt hier?

Hendrik Dohmeyer

Pflegeberater nach § 7a SGB XI · sorgender und pflegender Angehöriger · Autor beim Pflege-Dschungel

Neunzehn Jahre lang habe ich meine beiden Eltern als sorgender und pflegender Angehöriger begleitet – bis 2024. Was ich in dieser Zeit über die Pflegeversicherung wissen musste, habe ich mir mühsam selbst zusammengesucht. Genau das soll Ihnen hier erspart bleiben.

Nach einer kurzen Pause wurden leider weitere Menschen in meiner Familie pflegebedürftig und benötigen seitdem Unterstützung. Diese Situation teile ich mit vielen anderen Familien in Deutschland: Pflege kann unerwartet erneut Teil des eigenen Lebens werden.

Heute führe ich bundesweit Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI durch, engagiere mich im Vorstand des Vereins Pflegende Angehörige e. V. und schreibe seit 2021 die Kolumne „Rat und Recht“ in der Zeitschrift Pflegepartner. Was hier steht, stammt aus eigener Erfahrung und meiner täglichen Beratungspraxis – nicht aus zweiter Hand.

Mehr über Hendrik Dohmeyer

  • Beratungen nach § 37 Abs. 3
  • 19 Jahre eigene Pflegeerfahrung
  • Vorstand Pflegende Angehörige e. V.
  • Über 30 Fachbeiträge seit 2021
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