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Thrombosen vorbeugen und Bewegung fördern


Wie Sie bei wenig Bewegung vorbeugen, Kompressionsstrümpfe richtig nutzen und einen Notfall rechtzeitig erkennen.

Zwei Hände ziehen einer sitzenden Person einen beigen Kompressionsstrumpf über den Unterschenkel.
Aktualisiert am 26.09.2026

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Was eine Thrombose ist

Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das eine Vene verstopft — meistens im Unterschenkel oder Oberschenkel. Das Blut staut sich davor, das Bein schwillt an und tut weh.

Gefährlich wird es, wenn sich ein Stück davon löst und mit dem Blutstrom in die Lunge wandert. Das ist eine Lungenembolie, und sie ist lebensbedrohlich. Genau deshalb steht der Abschnitt mit den Warnzeichen auf dieser Seite weit oben und nicht am Ende.

Warum das in der Pflege ein Thema ist: Blut fließt in den Beinvenen nicht von allein nach oben. Es wird von den Wadenmuskeln nach oben gepumpt, bei jedem Schritt. Wer wenig geht, dessen Pumpe steht — und stehendes Blut gerinnt leichter.

Wer besonders gefährdet ist

  • Menschen, die überwiegend liegen oder sitzen — der wichtigste Punkt
  • nach einer Operation, besonders an Hüfte, Knie oder Bauch
  • bei einem Gips oder einer ruhiggestellten Schiene
  • nach einem Krankenhausaufenthalt, auch einem kurzen
  • bei einer früheren Thrombose — das Risiko bleibt erhöht
  • bei Krebserkrankungen, schwerer Herzschwäche, starkem Übergewicht
  • bei Austrocknung, also zu wenig Flüssigkeit

Kommt mehreres zusammen — etwa Bettruhe nach einer Operation bei jemandem, der schon einmal eine Thrombose hatte —, ist das ein Fall für eine ärztliche Einschätzung. Fragen Sie danach, bevor jemand aus dem Krankenhaus nach Hause kommt, nicht danach.

Warnzeichen — hier zählt jede Stunde

Am Bein, meist nur an einem:

  • Schwellung an einer Seite — die Wade oder der ganze Unterschenkel ist dicker als der andere
  • Schmerz oder Spannungsgefühl in der Wade, oft schlimmer beim Auftreten
  • das Bein fühlt sich wärmer an als das andere
  • die Haut ist gerötet oder bläulich verfärbt
  • die Venen treten deutlicher hervor als sonst

Bei diesen Zeichen: heute ärztlich abklären lassen, nicht abwarten. Und bis dahin das Bein ruhig lassen.

Sofort die 112 bei:

  • plötzlicher Luftnot
  • Schmerzen beim Atmen oder in der Brust
  • plötzlichem Herzrasen
  • Husten mit blutigem Auswurf
  • Schwindel bis hin zur Ohnmacht

Das können Zeichen einer Lungenembolie sein. Hier wird nicht überlegt, sondern angerufen — auch nachts, auch wenn es sich übertrieben anfühlt.

Bewegung — das Wirksamste, was es gibt

Jeder Schritt pumpt. Wo Schritte nicht mehr gehen, pumpt auch weniger — aber es pumpt.

  • Füße kreisen und wippen lassen — Fußspitze zum Körper ziehen, wieder strecken. Das lässt sich im Liegen, im Sessel und sogar im Schlaf-Halbschlaf machen und ist die einfachste wirksame Übung überhaupt.
  • Beine anziehen und strecken, soweit es geht.
  • Regelmäßig aufstehen, auch nur zum Stehen. Ein paar Schritte im Zimmer sind mehr wert als zehn Minuten Beine hochlegen.
  • Nicht stundenlang mit hängenden Beinen sitzen. Wenn jemand den ganzen Tag im Sessel verbringt, zwischendurch die Beine hochlegen — im Wechsel, nicht dauerhaft.
  • Nicht mit übereinandergeschlagenen Beinen sitzen und keine einschnürenden Bündchen an Socken oder Hosen.

Wie oft und wie viel, steht hier bewusst nicht. Was sinnvoll ist, hängt vom Herz, von den Gelenken, von Schmerzen und vom Zustand ab — und nach einer frischen Thrombose gelten ganz eigene Regeln. Lassen Sie sich zeigen, was passt: Ein Pflegedienst leitet an, und Physiotherapie kann dafür verordnet werden.

Zum Trinken: Wer zu wenig trinkt, hat dickeres Blut — das erhöht das Risiko. Deshalb gehört ausreichend Flüssigkeit dazu. Aber nur, soweit sie erlaubt ist: Bei Herzschwäche oder Nierenerkrankung wird die Menge ärztlich begrenzt, und diese Grenze gilt. Wenn Sie unsicher sind, ist das eine Frage für die Hausarztpraxis — keine, die man selbst entscheidet.

Kompressionsstrümpfe richtig nutzen

Kompressionsstrümpfe drücken von außen auf die Venen und helfen der Muskelpumpe. Sie sind kein Kleidungsstück, sondern ein Hilfsmittel, das ärztlich verordnet und einzeln angemessen wird — Umfang an mehreren Stellen des Beins, Länge, Stärke.

Sie sind nicht für jeden geeignet. Bei bestimmten Durchblutungsstörungen der Arterien können sie schaden statt nützen. Deshalb gilt: keine Strümpfe „auf Verdacht“, keine aus dem Bestand von jemand anderem, keine aus dem Versandhandel ohne Maß.

Wenn sie verordnet sind:

  • Morgens anziehen, vor dem Aufstehen. Nachts sind die Beine am schlanksten; wer erst mittags anzieht, zieht über ein bereits geschwollenes Bein.
  • Faltenfrei. Eine Falte oder ein umgeschlagener Rand schnürt ein — das ist schlimmer als kein Strumpf.
  • Nicht umkrempeln, um sie leichter anzubekommen. Der eingerollte Wulst wirkt wie ein Gummiband.
  • Anziehhilfen nutzen. Es gibt Gestelle und Gleitsocken; danach fragen lohnt sich, denn allein sind die Strümpfe kaum anzuziehen. Handschuhe geben zusätzlich Griff.
  • Die Haut darunter täglich ansehen — Druckstellen, Einschnürungen, Rötungen, besonders an Ferse und Zehen.
  • Bei Schmerzen, Taubheit oder kalten Zehen ausziehen und nachfragen. Das ist kein Gewöhnungsproblem.

Strümpfe verlieren mit der Zeit ihre Spannung. Fragen Sie nach, wann sie ersetzt gehören — ein ausgeleierter Strumpf sieht aus wie ein Strumpf und wirkt wie eine Socke.

Medikamente

Bei erhöhtem Risiko werden gerinnungshemmende Mittel verordnet — als Tablette oder als Spritze unter die Haut, etwa nach einer Operation.

  • Nie eigenmächtig absetzen oder pausieren, auch nicht „nur für ein paar Tage“ vor einem Zahnarzttermin. Solche Pausen werden ärztlich entschieden.
  • Nichts zusätzlich geben — auch keine rezeptfreien Schmerzmittel — ohne Rücksprache. Manche verstärken die Wirkung.
  • Blaue Flecken, Nasenbluten oder Zahnfleischbluten melden.
  • Nach jedem Sturz mit Kopfaufprall ärztlich abklären lassen, auch wenn nichts zu sehen ist.

Wenn Spritzen zu Hause gegeben werden müssen, lassen Sie sich das zeigen — das ist eine der Anleitungen, für die ein Pflegedienst da ist. Mehr dazu auf der Seite zu Medikamenten, sobald sie steht.

Professionelle Unterstützung

  • Hausarztpraxis — schätzt das Risiko ein, verordnet Strümpfe und Medikamente, klärt bei Verdacht ab.
  • Ambulanter Pflegedienst — kann das Anziehen der Strümpfe übernehmen, Spritzen geben und Sie anleiten.
  • Sanitätshaus — misst an, liefert und zeigt Anziehhilfen.
  • Physiotherapie — für Bewegung, die zum Zustand passt. Kann verordnet werden.
  • Pflegeberatung nach § 7a SGB XI — unabhängig, kostenfrei. Was dort passiert.

Unterstützung bei der Vorbeugung finden

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine Thrombose?

Typisch ist, dass die Beschwerden nur an einem Bein auftreten: Schwellung, Spannungsgefühl oder Schmerz in der Wade, das Bein fühlt sich wärmer an, die Haut ist gerötet oder bläulich. Sicher erkennen lässt sich eine Thrombose nur ärztlich — die Zeichen können auch etwas anderes bedeuten, und umgekehrt kann eine Thrombose zunächst kaum Beschwerden machen. Deshalb gilt: bei Verdacht heute abklären lassen, das Bein bis dahin ruhig lassen und auf keinen Fall kneten oder massieren.

Welche Übungen helfen?

Die einfachste und wirksamste ist, die Füße zu bewegen: Fußspitze zum Körper ziehen, wieder strecken, kreisen lassen. Das geht im Liegen und im Sitzen und braucht keinerlei Kraft. Dazu regelmäßig aufstehen, auch nur zum Stehen, und die Beine anziehen und strecken, soweit es geht. Ein Programm mit festen Wiederholungszahlen steht hier bewusst nicht — was sinnvoll ist, hängt vom Herz, von den Gelenken und vom Zustand ab, und nach einer frischen Thrombose gelten eigene Regeln. Lassen Sie sich zeigen, was passt.

Wann werden Kompressionsstrümpfe angezogen?

Morgens, vor dem Aufstehen — dann sind die Beine am schlanksten. Wer erst später anzieht, zieht über ein bereits geschwollenes Bein, und der Strumpf sitzt nicht mehr richtig. Wichtig: faltenfrei, nicht umkrempeln, keinen Wulst stehen lassen. Allein sind die Strümpfe kaum anzubekommen; es gibt Anziehhilfen, nach denen sich zu fragen lohnt. Wie lange sie am Tag getragen werden und ob nachts, legt die ärztliche Verordnung fest.

Darf jeder Kompressionsstrümpfe tragen?

Nein. Bei bestimmten Durchblutungsstörungen der Arterien können sie schaden. Deshalb werden sie ärztlich verordnet und einzeln angemessen — Umfang an mehreren Stellen, Länge, Stärke. Keine Strümpfe „auf Verdacht“, keine aus dem Bestand einer anderen Person, keine ohne Maß. Wenn beim Tragen Schmerzen, Taubheit oder kalte Zehen auftreten: ausziehen und nachfragen. Das ist kein Gewöhnungsproblem.

Wie geht es weiter?

Porträt von Hendrik Dohmeyer

Wer schreibt hier?

Hendrik Dohmeyer

Pflegeberater nach § 7a SGB XI · sorgender und pflegender Angehöriger · Autor beim Pflege-Dschungel

Neunzehn Jahre lang habe ich meine beiden Eltern als sorgender und pflegender Angehöriger begleitet – bis 2024. Was ich in dieser Zeit über die Pflegeversicherung wissen musste, habe ich mir mühsam selbst zusammengesucht. Genau das soll Ihnen hier erspart bleiben.

Nach einer kurzen Pause wurden leider weitere Menschen in meiner Familie pflegebedürftig und benötigen seitdem Unterstützung. Diese Situation teile ich mit vielen anderen Familien in Deutschland: Pflege kann unerwartet erneut Teil des eigenen Lebens werden.

Heute führe ich bundesweit Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI durch, engagiere mich im Vorstand des Vereins Pflegende Angehörige e. V. und schreibe seit 2021 die Kolumne „Rat und Recht“ in der Zeitschrift Pflegepartner. Was hier steht, stammt aus eigener Erfahrung und meiner täglichen Beratungspraxis – nicht aus zweiter Hand.

Mehr über Hendrik Dohmeyer

  • Beratungen nach § 37 Abs. 3
  • 19 Jahre eigene Pflegeerfahrung
  • Vorstand Pflegende Angehörige e. V.
  • Über 30 Fachbeiträge seit 2021
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