In der Tagespflege „gut an Bord“ kommen
„Onboarding“ nennt man das gute Einarbeiten neuer Menschen in eine Umgebung. Der erste Eindruck prägt oft die weitere Motivation – auch beim Start in die Tagespflege. So gelingt er.
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Wie dieser Beitrag entstanden ist
Geschrieben, geprüft und verantwortet von Hendrik Dohmeyer, Pflegeberater nach § 7a SGB XI.
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kompakt – der Beitrag für eilige Leser:innen
Der Einstieg in die Tagespflege gelingt besser mit guter Vorbereitung: klare Ziele, ein Schnuppertag und vorab geteilte Informationen zu Vorlieben und Biografie. Der Beitrag gibt praktische Tipps, wie neue Gäste gut „an Bord" kommen.
Dieser Beitrag erschien 2022 und gibt praktische Tipps zum Einstieg. Die gesetzlichen Grundlagen und Budgets der Tagespflege lesen Sie im Grundlagenbeitrag „Willkommene Auszeit dank Tagespflege“.
Über die gesetzlichen Regelungen und die finanzielle Unterstützung habe ich in der Ausgabe 03/2022 berichtet. Hier möchte ich Ihnen den Einstieg erleichtern – ob Sie für sich selbst oder für einen Angehörigen einen geeigneten Platz suchen. Diese Startphase erlebe ich als Pflegeberater immer wieder, mal nur beratend, gelegentlich auch aktiv begleitend.
Ziele motivieren
Veränderungen sind im Alter nicht immer gewünscht. Eine motivierende, umsichtige Heranführung ist deshalb wichtig – alle Beteiligten sollten verstehen, warum der Besuch die tägliche Pflegesituation bereichern und erleichtern kann. Hilfreich ist eine Auflistung der Ziele, die eine gute Einrichtung ermöglichen soll. Diese wurden vom Spitzenverband der Krankenkassen mit den Verbänden der Tagespflege vereinbart und ergänzen die Qualitätsvorgaben nach § 113 SGB XI:
- ein möglichst selbständiges, selbstbestimmtes Leben unterstützen, das der Würde des Menschen entspricht;
- fachlich kompetente, bedarfsgerechte Pflege zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen gewährleisten;
- körperliche und kognitive Fähigkeiten erhalten, fördern oder wiedergewinnen;
- eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und eine Vertrauensbasis aller Beteiligten schaffen;
- flexibel auf die individuellen Bedarfe von Gästen und Angehörigen reagieren;
- ein an Lebensqualität und Biografie orientiertes Leben fördern und pflegende Angehörige entlasten.
Diese guten Gründe helfen bei der Vorbereitung. Die moderne Tagespflege hat weniger mit „Pflege“ als mit Betreuung, Unterstützung und Begleitung im Alltag zu tun.
Den Schnuppertag gut vorbereiten
Die meisten Einrichtungen bieten unverbindliche „Schnuppertage“ an. Über Angebot, Räume und Kompetenzen können sich Familien vorab informieren. Mindestens ebenso wichtig: Auch den Mitarbeitenden sollten schon zum Probetag bestimmte Vorlieben und Abneigungen des neuen Gastes vorliegen – zum Beispiel zu:
- kalten und warmen Getränken, Brot oder Brötchen zum Frühstück;
- vegetarischem oder veganem Essen;
- Unverträglichkeiten und Allergien.
Besonders gut „abgeholt“ werden neue Gäste, wenn auch Informationen zu Biografie und Lebenssituation vorliegen: familiäre Situation, Hobbys und Interessen, Haustiere, Lieblingsmusik, frühere Reiseziele. Das Wissen um den Lieblingsverein oder die treue Katze zu Hause hilft den Fachkräften, schon am Schnuppertag Bekanntschaften zu anderen Gästen zu knüpfen. So kann bereits der erste Tag mit dem Wunsch enden: „Da will ich gerne wiederkommen.“
Tagespflege Entlastung Pflegende Angehörige










































