Pflegekurse in Präsenz: praktisch lernen und Erfahrungen austauschen
In einem Präsenzkurs üben Sie Handgriffe unter fachlicher Anleitung, können sofort nachfragen — und treffen Menschen, die dasselbe erleben. Für Angehörige und ehrenamtlich Pflegende sind diese Kurse nach § 45 SGB XI unentgeltlich.

Transparenz
Wie dieser Beitrag entstanden ist
Geschrieben, geprüft und verantwortet von Hendrik Dohmeyer, Pflegeberater nach § 7a SGB XI.
- KI hilft beim Recherchieren von Quellen, beim Ordnen von Gedanken und dabei, Behördendeutsch verständlich zu machen.
- KI entscheidet nichts. Jede Zahl, jede Frist und jede rechtliche Aussage prüfe ich selbst, bevor sie hier steht.
Wenn ein Präsenzkurs nicht das Richtige ist
- Ortsunabhängig und zu jeder Zeit — Online-Video-Kurse und Online-Text-Kurse
- An Ihrer eigenen Pflegesituation — Schulung bei Ihnen zu Hause
- Beratung statt Kurs — Pflegeberatung nach § 7a
Was ist ein Präsenz-Pflegekurs?
Ein Kurs an einem festen Ort, zu festen Zeiten. Er verbindet verständliche Erklärungen mit dem, was am Bildschirm nicht geht: mit Üben. Je nach Anbieter geht es zum Beispiel um
- rückenschonendes Bewegen, Aufstehen und Umsetzen,
- Unterstützung bei Körperpflege, Essen und Trinken,
- den sinnvollen Einsatz von Hilfsmitteln,
- Stürzen und Druckstellen vorbeugen,
- den Umgang mit Demenz oder anderen Erkrankungen,
- Selbstfürsorge und Entlastung,
- Leistungen und Beratungsangebote der Pflegeversicherung.
Kein Kurs behandelt all das. Was tatsächlich vorkommt, steht in der Kursbeschreibung — lesen Sie sie, bevor Sie sich anmelden.
Was vor Ort anders ist
- Jemand sieht Ihnen zu. Die Kursleitung beobachtet den Bewegungsablauf und korrigiert sofort — der wichtigste Unterschied zum Video.
- Ihre Situation, nicht die allgemeine. Fragen lassen sich an Ihrem konkreten Fall erklären.
- Es gibt Material zum Anfassen. Pflegebett, Transfertuch, Rutschbrett — daran zeigt sich, was Text nicht vermittelt.
- Sie treffen Menschen aus Ihrer Gegend. Manchmal entstehen daraus Hinweise auf Beratung, Selbsthilfe oder Entlastung vor Ort.
Der letzte Punkt ist eine Möglichkeit, kein Versprechen. Manche gehen mit neuen Kontakten nach Hause, andere nur mit dem Gelernten — auch das ist genug.
So finden Sie einen Kurs in Ihrer Region
- Fragen Sie Ihre Pflegekasse. Sie ist die zentrale Ansprechpartnerin und kann Kurse selbst anbieten oder regionale Anbieter beauftragen. Fragen Sie ausdrücklich nach „Pflegekursen nach § 45 SGB XI in Präsenz“.
- Suchen Sie regional im Internet. Kombinationen wie „Pflegekurs Angehörige“ mit Ihrem Ort, „Pflegekurs § 45″ mit Ihrem Landkreis oder „Demenzkurs Angehörige“ mit Ihrer Region führen am ehesten weiter.
- Fragen Sie örtliche Stellen. Pflegestützpunkte, die kommunale Pflegeberatung, Wohlfahrtsverbände, Pflegedienste, Kliniken und Selbsthilfekontaktstellen kennen oft Angebote, die im Netz nicht auftauchen.
- Klären Sie vor der Anmeldung: Kostenübernahme, Termine, Barrierefreiheit, Sprache, Zielgruppe, Gruppengröße — und ob wirklich praktisch geübt wird.
Ihre Pflegekasse ist der beste erste Anruf. Sie kennt aber nicht zwangsläufig jedes Angebot Ihrer Region — die Schritte 2 und 3 lohnen sich zusätzlich.
Was kostet die Teilnahme?
Pflegekurse nach § 45 SGB XI werden für Angehörige und für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, unentgeltlich angeboten. Lassen Sie sich vor der Buchung bestätigen, dass der gewählte Kurs unter diese Regelung fällt — nicht jedes Angebot mit dem Wort „Pflegekurs“ im Titel tut das.
Nicht automatisch mit abgedeckt sind Fahrtkosten, zusätzliche Materialien und die Betreuung der pflegebedürftigen Person während der Kurszeit. Fragen Sie danach; manche Anbieter haben dafür eine Lösung.
Welcher Kurs passt zu mir?
- Grundlagen oder ein Kurs zu einer bestimmten Erkrankung?
- Ein einzelner Termin oder eine Reihe über mehrere Wochen?
- Schwerpunkt Üben oder Schwerpunkt Beratung?
- Ist der Ort barrierefrei erreichbar?
- Wer ist bei der pflegebedürftigen Person, während Sie im Kurs sind?
- Wird in der Sprache unterrichtet, in der Sie sich sicher fühlen?
- Ist Raum für eigene Fragen — oder wird nur vorgetragen?
Wenn ein Gruppenkurs nicht passt
Nicht jede Lage lässt einen festen Termin zu. Dann kommen Online-Kurse, eine individuelle Schulung bei Ihnen zu Hause oder die Pflegeberatung nach § 7a infrage. Die häusliche Schulung nach § 45 SGB XI setzt voraus, dass sowohl die Pflegeperson als auch die pflegebedürftige Person sie wünschen.
Wer schreibt hier? Fachlich verantwortlich für diese Seite ist Susanne Brinkmann, examinierte Pflegefachkraft und Pflegeberaterin nach § 7a und § 45 SGB XI. Sie entsteht in redaktioneller Zusammenarbeit mit Hendrik Dohmeyer.





