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Bei Krebs begleiten


Nach einer Krebsdiagnose ändert sich für die ganze Familie etwas und Angehörige stehen oft ratlos daneben: helfen wollen, ohne zu bevormunden, da sein, ohne alles zur Krankheit zu machen. Diese Seite geht durch, was in den ersten Wochen zählt, wie Behandlung und Pflege zu Hause zusammenpassen und wo Sie beide Unterstützung finden.

Frau mit rosa Kopftuch macht ein Selfie mit ihren beiden Kindern in einer Berglandschaft, alle drei lachen
Aktualisiert am 26.09.2026

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Stand: August 2026

Diese Seite beschreibt Begleitung und Alltag. Sie enthält bewusst keine Aussagen zu einzelnen Krebsarten, Behandlungen oder Aussichten — dafür ist das Behandlungsteam da, und nur dort gibt es Antworten, die für Ihren Fall gelten.

Krebs ist nicht gleich Krebs

Unter dem einen Wort stecken sehr verschiedene Erkrankungen. Behandlung, Nebenwirkungen, Dauer, Belastung und Aussichten unterscheiden sich erheblich — zwischen den Krebsarten, zwischen den Stadien und zwischen zwei Menschen mit derselben Diagnose. Deshalb hilft der Vergleich mit dem Nachbarn, dem Kollegen, dem Fall aus der Zeitung nicht weiter. Meist verunsichert er nur.

Was Sie im Internet an Zahlen finden, sind Durchschnitte über sehr unterschiedliche Verläufe. Für einen einzelnen Menschen sagen sie wenig. Die Fragen, die Sie wirklich beschäftigen — was kommt jetzt, wie lange, wie wird es sein —, kann nur das Behandlungsteam beantworten. Schreiben Sie sie auf und nehmen Sie sie mit.

Die ersten Wochen

Nach der Diagnose folgt meist eine Zeit, in der alles gleichzeitig passiert: Termine, Untersuchungen, Entscheidungen, und dazwischen der Versuch, den Alltag am Laufen zu halten. Was in dieser Phase hilft, ist Ordnung — sie nimmt einen Teil der Last, den man beeinflussen kann.

  • Eine feste Ansprechperson im Behandlungsteam notieren — mit Namen, Durchwahl und Erreichbarkeit.
  • Einen Ordner anlegen: Befunde, Medikamentenplan, Termine, Bescheinigungen. Was gesammelt ist, muss nicht dreimal beschafft werden.
  • Fragen zwischen den Terminen aufschreiben. Im Sprechzimmer fällt einem nichts ein, hinterher alles.
  • Zu wichtigen Gesprächen jemanden mitnehmen, wenn die erkrankte Person das möchte. Zwei hören mehr als einer, und einer kann mitschreiben.
  • Früh eine Krebsberatungsstelle ansprechen, die Beratung ist kostenfrei, auch für Angehörige, und sie kennt die Wege durch die Anträge.
  • Der Krebsinformationsdienst beantwortet Fragen am Telefon und per Mail, unabhängig und ohne Termin.

Vorsicht bei allem, was schnell helfen soll

Rund um eine Krebsdiagnose gibt es einen Markt: Präparate, Kuren, Verfahren, Diäten — oft teuer, oft mit dem Versprechen, was die Medizin nicht schaffe. In einer Lage, in der man alles versuchen möchte, ist das schwer auszuschlagen.

Zwei Dinge sollten Sie wissen. Erstens: Auch pflanzliche und frei verkäufliche Mittel können mit einer Krebstherapie in Wechselwirkung treten und ihre Wirkung abschwächen. Was eingenommen wird, gehört deshalb vollständig ins Behandlungsgespräch — auch der Tee und das Vitaminpräparat. Zweitens: Entscheiden Sie nichts Teures unter Zeitdruck. Seriöse Angebote laufen nicht davon.

Begleiten, ohne zu entscheiden

Der schwierigste Teil für Angehörige ist nicht das Tun, sondern das Maßhalten. Zwei Dinge stehen dabei über allem.

Das Behandlungsteam schweigt auch Ihnen gegenüber. Die Schweigepflicht gilt gegenüber Ehepartnern, Kindern und Eltern genauso wie gegenüber Fremden. Wenn Sie Auskunft bekommen oder bei Gesprächen dabei sein sollen, braucht es dafür die Zustimmung der erkrankten Person — am besten schriftlich hinterlegt. Das ist keine Formalie, sondern ihr Recht.

Sie entscheidet auch, wie viel sie wissen will. Manche Menschen wollen jede Zahl, jede Studie, jeden Prozentwert. Andere wollen wissen, was als Nächstes passiert, und sonst nichts. Beides ist in Ordnung — auch wenn Sie selbst es anders halten würden. Fragen Sie nach, statt zu vermuten: „Willst du wissen, was ich gelesen habe, oder lieber nicht?“

Was in der Beratung immer wieder gut ankommt

  • Konkret anbieten statt allgemein. „Ich fahre dich Donnerstag“ hilft mehr als „Melde dich, wenn du was brauchst“ — dieser Satz verlagert die Arbeit nämlich zurück.
  • Nicht jedes Gespräch um die Krankheit kreisen lassen. Viele vermissen am meisten die Normalität: den Klatsch, den Streit über Fußball, das Gespräch über etwas anderes.
  • Aushalten, ohne zu trösten. „Das wird schon“ beendet ein Gespräch. „Erzähl“ hält es offen.
  • Ruhe respektieren. Manchmal ist die beste Begleitung, im selben Raum zu sitzen und nichts zu sagen.
  • Fragen, bevor Sie etwas übernehmen. Was jemand noch selbst tun kann, will er meist auch selbst tun.

Therapie ambulant, Versorgung zu Hause

Vieles läuft heute ambulant: Man kommt zur Behandlung und fährt danach nach Hause. Das ist meist gut — bedeutet aber, dass die Zeit zwischen den Terminen zu Hause bewältigt wird. Klären Sie vor Beginn einer Therapieserie oder vor einer Entlassung:

  • Welche Beschwerden sind zu erwarten, und welche sind ein Warnzeichen?
  • Welche Nummer gilt wann? Tagsüber, nachts, am Wochenende. Schreiben Sie sie an den Kühlschrank.
  • Medikamentenplan und Bedarfsmedikation: Was ist wofür, was darf zusätzlich genommen werden — besonders gegen Übelkeit und Schmerzen.
  • Essen und Trinken nach individueller Empfehlung. Allgemeine Regeln gibt es nicht; was passt, hängt von Therapie und Beschwerden ab.
  • Wunde, Stoma, Katheter oder Port, die Versorgung übernimmt, wer dafür geschult ist. Lassen Sie sich zeigen, was Sie selbst tun sollen, und nichts darüber hinaus.
  • Häusliche Krankenpflege auf Verordnung, dazu Hilfsmittel und bei Bedarf ein ambulanter Pflegedienst.
  • Fahrten, Kinderbetreuung, Haushalt, hierfür sind Fahrdienste, Haushaltshilfe und der Freundeskreis da.

Wenn die Erkrankung länger dauert und Hilfe im Alltag nötig wird, lohnt der Blick auf einen Pflegegrad. Er wird bei Krebs oft spät beantragt, weil man ihn mit Alter und Dauerhaftigkeit verbindet. Maßgeblich ist aber der Hilfebedarf, nicht die Diagnose und er wirkt auf den Monat der Antragstellung zurück. Mehr unter Auf die Begutachtung vorbereiten.

Wann Sie nicht abwarten dürfen

Fieber während oder nach einer systemischen Therapie gehört sofort gemeldet. Die Abwehrkräfte können in dieser Zeit stark herabgesetzt sein, und dann kann aus einem harmlosen Infekt binnen Stunden eine bedrohliche Lage werden. Nicht jede Therapie senkt die weißen Blutkörperchen in gleichem Maß; ab welcher Temperatur Sie sich melden sollen, steht in Ihrem persönlichen Notfallplan. Nutzen Sie die vereinbarte onkologische Rufnummer unverzüglich und warten Sie nicht bis zum Morgen.

Ab welcher Temperatur und mit welcher Nummer — das steht im Notfallplan Ihres Behandlungsteams. Fragen Sie danach, falls Sie keinen haben. Diese Grenzwerte hängen von der Therapie ab und lassen sich nicht allgemein angeben.

Ebenfalls sofort abklären lassen — bei akuter Lebensgefahr 112:

  • akute Atemnot, Brustschmerz
  • starke oder nicht stillbare Blutung, auch aus Nase oder Zahnfleisch
  • neue Verwirrtheit, Bewusstseinsstörung, Krampfanfall
  • Kreislaufzusammenbruch, kalter Schweiß
  • anhaltendes Erbrechen oder Durchfall — die Austrocknung kommt schneller, als man denkt
  • plötzliche starke Schmerzen, neue Lähmung oder Gefühlsstörung
  • rasche schwere Verschlechterung ohne erkennbaren Grund

Der häufigste Fehler: abwarten, weil man denkt, das gehöre zur Therapie. Melden ist nie falsch — die Klinik hört solche Anrufe jeden Tag und rechnet damit.

Partnerschaft, Sexualität, Kinder

Eine Krebserkrankung verschiebt Rollen — oft schneller, als beide es merken. Aus zwei Partnern werden schnell eine kranke und eine sorgende Person, und beide vermissen, was vorher war. Es hilft, das anzusprechen, bevor es sich festsetzt.

Körperbild und Sexualität gehören dazu und werden meist verschwiegen. Operationen, Bestrahlung, Medikamente und Erschöpfung verändern das Erleben des eigenen Körpers und die Lust. Vieles davon ist behandelbar oder lässt sich abfedern, aber nur, wenn es angesprochen wird. In Krebsberatungsstellen und der Psychoonkologie ist das ein normales Thema.

Fruchtbarkeit: Manche Therapien können sie beeinträchtigen. Wenn ein Kinderwunsch besteht oder bestehen könnte, ist das eine Frage für vor dem Behandlungsbeginn — es gibt Möglichkeiten der Vorsorge, aber sie brauchen Zeit. Sprechen Sie es früh an, auch wenn es im ersten Schock unpassend wirkt.

Mit Kindern sprechen

Der häufigste Wunsch ist, Kinder zu schonen. Der häufigste Fehler ist, deshalb zu schweigen. Kinder merken, dass etwas ist und was sie sich selbst zusammenreimen, ist fast immer schlimmer als die Wahrheit. Viele glauben, sie seien schuld.

  • Die Krankheit beim Namen nennen. „Mama hat Krebs“ ist besser als eine Umschreibung, die später korrigiert werden muss.
  • Drei Dinge sagen, die Kinder wirklich beschäftigen: Es ist nicht ansteckend, niemand ist schuld, und es ist gesorgt, dass sich jemand um dich kümmert.
  • Keine Versprechen, die niemand halten kann. Statt „Es wird alles gut“ lieber „Die Ärzte tun alles, was geht, und wir sagen dir, wie es weitergeht.“
  • Fragen zulassen, auch unpassende. Kinder fragen direkt und wechseln danach zum Spielen — das ist normal und kein Zeichen von Kälte.
  • Alltag halten: Schule, Verein, Freunde. Und der Kita oder Schule Bescheid geben.
  • Eigene Angebote nutzen, es gibt Gruppen und Beratung speziell für Kinder krebskranker Eltern. Krebsberatungsstellen vermitteln sie.

Psychoonkologie, Reha und Beruf

Psychoonkologie ist Beratung für Menschen mit Krebs und ausdrücklich auch für Angehörige. Sie setzt keine seelische Erkrankung voraus: Es geht um Angst, Erschöpfung, Partnerschaft, Familie und anstehende Entscheidungen. Das Fach umfasst Beratung, Diagnostik und Krisenintervention und bei Bedarf auch eine psychotherapeutische Behandlung. Fragen Sie in der Klinik oder der Krebsberatungsstelle danach; in vielen Zentren gehört es zum Angebot.

Rehabilitation schließt sich oft an die Behandlung an — für Kraft, Beweglichkeit, Erschöpfung und die Rückkehr in den Alltag. Bei manchen Reha-Formen können Angehörige oder Kinder mitkommen. Der Sozialdienst der Klinik stellt den Antrag; fragen Sie früh danach.

Beruf und Geld: Krankengeld, stufenweise Wiedereingliederung, Schwerbehindertenausweis, Erwerbsminderung — dazu beraten der Sozialdienst und die Krebsberatungsstelle, die auch bei der Antragstellung unterstützen. Für die pflegenden Angehörigen gelten dieselben Freistellungen wie sonst; mehr unter Pflege und Beruf. Der häufigste Fehler ist, damit zu warten, bis das Krankengeld ausläuft.

Und Sie?

Angehörige berichten oft von einem doppelten Druck: die eigene Angst und das Gefühl, sie nicht zeigen zu dürfen, weil man doch nicht der Kranke ist. Dazu die Termine, der Haushalt, die Kinder, der Beruf. Und niemand fragt, wie es Ihnen geht.

Sie müssen nicht stark sein. Und Sie müssen es auch nicht allein tragen: Krebsberatungsstellen und Psychoonkologie stehen ausdrücklich auch Ihnen offen, ohne dass die erkrankte Person dabei sein muss. Nehmen Sie Hilfe im Haushalt an, verteilen Sie die Fahrten, sagen Sie Menschen, die helfen wollen, konkret, was sie tun können.

Und geben Sie sich Erlaubnis für Dinge, die nichts mit der Krankheit zu tun haben — einen Abend mit Freunden, ein Wochenende, einen Sport. Das ist keine Untreue. Es ist der Grund, warum Sie in sechs Monaten noch da sein können. Mehr dazu unter Belastung und Selbstfürsorge.

Palliativversorgung und Vorausplanung

Wenn in der Klinik das Wort „palliativ“ fällt, hören viele: Es ist zu Ende. Das stimmt so nicht. Palliativversorgung lindert belastende Beschwerden — Schmerzen, Übelkeit, Atemnot, Erschöpfung und sie kann parallel zu einer laufenden Behandlung stattfinden, oft über lange Zeit. Wer sie früh in Anspruch nimmt, gewinnt meist an Lebensqualität.

Die allgemeine palliative Mitbehandlung läuft ambulant über die Hausarztpraxis und den Pflegedienst. Sie kann früh beginnen, parallel zur onkologischen Therapie.

Bei besonders aufwendigen Beschwerden kommt die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) hinzu, ein Team, das nach Hause kommt. Sie wird ärztlich verordnet und setzt eine nicht heilbare, fortgeschrittene Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung und besonderem Versorgungsbedarf voraus. Wie weit die Erreichbarkeit rund um die Uhr reicht, hängt vom jeweiligen Team und der Region ab.

Ambulante Hospizdienste sind noch einmal etwas anderes: ehrenamtliche Begleitung, kostenfrei, für Betroffene und Angehörige. Sie können bereits im Verlauf einer fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankung einbezogen werden und sind nicht nur für die letzten Tage da.

Zur Vorausplanung gehören Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sowie ein Krisenplan für die Nacht, in der es schwierig wird. Solche Gespräche zu führen heißt nicht, die Hoffnung aufzugeben — es heißt, dass nicht die Panik entscheidet. Ausführlich steht das auf der Seite Letzte Lebensphase.

Häufige Fragen

Wie kann ich direkt nach der Diagnose helfen?

Vor allem durch Da-Sein und durch Konkretes. In den ersten Wochen sind die meisten mit Terminen und Entscheidungen überfordert — da hilft jemand, der fährt, mitschreibt, kocht, die Kinder holt oder den Papierkram sortiert.

Was weniger hilft: Ratschläge, Berichte über andere Fälle und der Satz „Melde dich, wenn du was brauchst“. Bieten Sie stattdessen etwas Bestimmtes an — es lässt sich leichter annehmen und leichter ablehnen.

Darf ich beim Arztgespräch dabei sein?

Ja — wenn die erkrankte Person das möchte. Sie entscheidet darüber, nicht die Praxis und nicht Sie. Viele empfinden Begleitung als große Entlastung: Man hört zu zweit mehr, und einer kann mitschreiben, während der andere zuhört.

Ohne ihre Zustimmung bekommen Sie allerdings keine Auskunft — die Schweigepflicht gilt auch gegenüber Ehepartnern und Kindern. Lassen Sie das früh schriftlich festhalten, dann gibt es später keine Diskussion am Telefon.

Welche Nebenwirkungen sind ein Notfall?

An erster Stelle Fieber während oder nach einer systemischen Therapie, dann kann die Abwehr stark herabgesetzt sein, und es zählen Stunden. Dazu akute Atemnot, starke Blutung, neue Verwirrtheit, Kreislaufzusammenbruch, anhaltendes Erbrechen und jede rasche schwere Verschlechterung.

Die genauen Grenzwerte — ab welcher Temperatur, welche Nummer, welches Vorgehen — stehen im Notfallplan Ihres Behandlungsteams, weil sie von der Therapie abhängen. Wenn Sie keinen haben, fragen Sie beim nächsten Termin danach. Und im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel anrufen.

Wie sprechen wir mit Kindern über Krebs?

Früh, ehrlich und mit dem richtigen Wort. Kinder spüren die Anspannung ohnehin; was sie sich selbst erklären, ist meist schlimmer als die Wahrheit — viele halten sich für schuld. Sagen Sie deshalb ausdrücklich: Es ist nicht ansteckend, niemand hat Schuld, und es ist gesorgt, dass sich jemand um dich kümmert.

Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können. Halten Sie den Alltag so weit wie möglich aufrecht und informieren Sie Kita oder Schule. Für Kinder krebskranker Eltern gibt es eigene Gruppen und Beratung — die Krebsberatungsstelle vermittelt sie.

Wo finden Angehörige selbst Hilfe?

Bei einer Krebsberatungsstelle, kostenfrei, ohne Überweisung, und ausdrücklich auch ohne die erkrankte Person. Dort geht es um psychische Belastung genauso wie um Anträge, Geld und Beruf. Dazu die Psychoonkologie in Kliniken und Zentren.

Der Krebsinformationsdienst beantwortet Fragen telefonisch und per Mail, unabhängig und ohne Termin. Und die Deutsche Krebshilfe hat eigene Angebote für Angehörige. Sie müssen für all das keine Diagnose vorweisen und niemanden um Erlaubnis fragen.

Bedeutet Palliativversorgung, dass nicht mehr behandelt wird?

Nein. Sie behandelt Beschwerden statt der Krankheit — Schmerzen, Übelkeit, Atemnot, Erschöpfung und kann parallel zu einer laufenden Krebstherapie stattfinden, oft über lange Zeit.

Das Wort wird häufig als Todesurteil gehört, und deshalb lehnen es viele zunächst ab. Wer sie früh nutzt, gewinnt in aller Regel an Lebensqualität. Fragen Sie danach, auch wenn niemand von sich aus davon anfängt.

Soll ich Nahrungsergänzung oder besondere Diäten besorgen?

Nicht ohne Rücksprache. Es gibt keine Ernährung, die eine Krebserkrankung behandelt und manche Präparate, auch pflanzliche, können die Wirkung einer Therapie abschwächen. Was eingenommen wird, gehört deshalb vollständig ins Behandlungsgespräch, einschließlich Vitaminen und Tees.

Was tatsächlich hilft, ist eine Ernährung, die zur aktuellen Lage passt — bei Übelkeit, Geschmacksveränderungen oder Gewichtsverlust etwas ganz anderes als sonst. Dafür gibt es die Ernährungsberatung. Ob und wie die Kosten übernommen werden, hängt von der Indikation und Ihrer Krankenkasse ab; fragen Sie im Behandlungsteam und bei der Kasse nach dem für Sie passenden Weg.

Wie geht es weiter?

Quellen und Anlaufstellen

Stand der Angaben: August 2026. Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Aussagen zu einzelnen Krebsarten, Behandlungen und Aussichten macht ausschließlich das Behandlungsteam.

Porträt von Hendrik Dohmeyer

Wer schreibt hier?

Hendrik Dohmeyer

Pflegeberater nach § 7a SGB XI · sorgender und pflegender Angehöriger · Autor beim Pflege-Dschungel

Neunzehn Jahre lang habe ich meine beiden Eltern als sorgender und pflegender Angehöriger begleitet – bis 2024. Was ich in dieser Zeit über die Pflegeversicherung wissen musste, habe ich mir mühsam selbst zusammengesucht. Genau das soll Ihnen hier erspart bleiben.

Nach einer kurzen Pause wurden leider weitere Menschen in meiner Familie pflegebedürftig und benötigen seitdem Unterstützung. Diese Situation teile ich mit vielen anderen Familien in Deutschland: Pflege kann unerwartet erneut Teil des eigenen Lebens werden.

Heute führe ich bundesweit Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI durch, engagiere mich im Vorstand des Vereins Pflegende Angehörige e. V. und schreibe seit 2021 die Kolumne „Rat und Recht“ in der Zeitschrift Pflegepartner. Was hier steht, stammt aus eigener Erfahrung und meiner täglichen Beratungspraxis – nicht aus zweiter Hand.

Mehr über Hendrik Dohmeyer

  • Beratungen nach § 37 Abs. 3
  • 19 Jahre eigene Pflegeerfahrung
  • Vorstand Pflegende Angehörige e. V.
  • Über 30 Fachbeiträge seit 2021
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